Es gibt einen guten Grund, warum Testpiloten den Ruf haben, kühn und mutig zu sein.
Denn historisch gesehen war ihr Beruf alles andere als ungefährlich. Immer wieder endeten Testflüge in Rauch, Trümmern – oder am Meeresboden. Einige Maschinen kamen gar nicht über ihren Jungfernflug hinaus. Hier sind zehn Flugzeuge, die schon bei ihrem ersten Flug verunglückten:
10: Northrop XP-79B

Während sich die meisten Flugzeugbauer auf Aluminium als Konstruktionsmaterial verließen, gingen einige wenige unkonventionelle Flugzeugkonstrukteure eigene Wege und setzten auf Magnesium. Diese Nonkonformisten bevorzugten oft auch eine ungewöhnliche Triebwerksanordnung: den Propeller nicht vorn, sondern in einer sogenannten „Pusher-Konfiguration“ hinten am Flugzeug.
Ein besonders radikales Beispiel: die XP-56 „Black Bullet“ von Northrop, die 1943 erstmals abhob. Ihr Fledermaus-Design wirkte, als stamme es direkt aus einem Science-Fiction-Film – futuristisch, kühn, fast außerirdisch. Doch was spektakulär aussah, war in der Praxis kaum zu bändigen: Die XP-56 galt als schwer steuerbar und riskant im Flug. Hinzu kamen Verzögerungen bei der Erprobung, sodass der Jet kaum einsatzbereit war, als sich Propellerflugzeuge ohnehin schon dem Ende ihrer militärischen Ära näherten.
10: Northrop XP-79B

Offenbar reichte Northrop das Wagnis mit der XP-56 noch nicht. Also legte man nach – mit einem Konzept, das selbst im Umfeld experimenteller Militärfliegerei als extrem gelten durfte: der XP-79. Der Pilot sollte nicht sitzen, sondern liegen. Der Antrieb? Raketenbasiert. Das Flugzeug? Ein Nurflügler ohne Leitwerk. Und der Plan? Mit der verstärkten Vorderkante gegnerische Maschinen im Flug zu rammen und regelrecht zu durchschneiden.
Die Konstruktion bestand wie ihr Vorgänger überwiegend aus Magnesium – leicht, stabil, theoretisch ideal. Wäre da nicht ein Problem gewesen: Das Material brennt extrem leicht und ist anfällig für Korrosion. Beim Jungfernflug am 12. September 1945 kam es zur Katastrophe. Nach nur sieben Minuten geriet die XP-79B außer Kontrolle. Testpilot Harry Crosby konnte sich zwar mit dem Fallschirm retten, wurde aber von seinem eigenen Flugzeug getroffen und tödlich verletzt. Das Projekt wurde kurz darauf stillschweigend eingestellt.
9: De Bruyère C 1

Die de Bruyère C 1 war ein Prototyp eines französischen Jagdflugzeugs, das während des Ersten Weltkriegs entwickelt wurde. Sie wurde von Marcel de Bruyère entworfen und verfügte über eine unkonventionelle einsitzige Canard-Konstruktion mit Schubpropeller. Es wurde nur ein Exemplar gebaut, das 1917 bei seinem Jungfernflug abstürzte, wodurch das Projekt vollständig eingestellt wurde.


















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